Gutenberg im Kino: Fuococammare

Gutenberg im Kino – unter diesem Titel kooperieren das Haus Gutenberg und das Schlosskino Balzers. Einmal im Monat werden Filme zu einem bestimmten Thema gezeigt, die zum Nachdenken anregen. Vor dem Film gibt es eine kurze Einführung.
 
Das Thema für die Monate September bis November lautet: Flucht. Der Umgang mit Flüchtlingen ist zum grossen politischen Thema geworden. Die Menschen in Europa sind dabei gespalten wie bei kaum einem anderen Thema. Von der Willkommenskultur bis zur aggressiven Abwehr reichen die Meinungsäusserungen. Wie eine Lösung aussehen könnte, ist zurzeit nicht in Sicht. Dabei ist dieses Thema nicht neu. Flüchtlingsströme hat es immer wieder gegeben. Um die gegenwärtige Problematik besser einordnen zu können, zeigen wir drei Filme aus unterschiedlichen historischen Epochen. Die „Akte Grüninger“ spielt im 2. Weltkrieg, „Reise der Hoffnung“ in den 80er Jahren und „Fuococammare“ im Jahre 2016.
 
Fuococammare
Samuele ist zwölf und lebt auf einer Insel im Mittelmeer, weit entfernt vom Festland. Wie alle Jungen seines Alters geht er nicht immer gern zur Schule. Viel lieber klettert er auf Uferfelsen, hantiert mit seiner Schleuder oder streift am Hafen umher. Doch seine Heimat ist keine Insel wie alle anderen. Schon seit Jahren ist sie das Ziel von Männern, Frauen und Kindern, die in viel zu kleinen Booten und ltersschwachen Schiffen aus Afrika überzusetzen versuchen. Die Insel heißt Lampedusa und gilt als Metapher für die Fluchtbewegung nach Europa, die Hoffnungen und Nöte, das Schicksal hunderttausender Emigranten. Sie sehnen sich nach Frieden, Freiheit und Glück und werden oft nur noch tot aus dem Wasser geborgen. So sind die Einwohner von Lampedusa tagtäglich Zeugen der größten humanitären Tragödie unserer Zeit. 
 
Gianfranco Rosi nähert sich durch Alltagsbeobachtungen einem ebenso realen wie symbolischen Ort und der Gefühlswelt einiger seiner Bewohner, die einem permanenten Ausnahmezustand ausgesetzt sind. Zugleich beschreibt der Film, der ohne Kommentar auskommt, wie sich zwei Welten selbst auf kleinstem Raum kaum berühren.
 
Kosten: Eintritt Kino. 
Hinweise: Keine Anmeldung notwendig. 
Haus Gutenberg in Zusammenarbeit mit dem Schlosskino Balzers.