Einbürgerungspraxis im 19. Jahrhundert - Wir haben noch Wälder und Güter, die wir nicht leichtfertig verschenkten...

Die obige Aussage stammt vom Abgeordneten Franz Josef Wolfinger, als der Landtag 1864 in Vaduz diskutierte, ob Hintersassen das Recht erhalten sollten, in ihrer Heimatgemeinde eingebürgert zu werden. Als Vertreter der Interessen von Balzner Bürgern im Landtag wollte er möglichst hohe Hürden für eine Einbürgerung erreichen. Ein Bürger hätte nämlich Nutzungsrechte am Gemeindeboden erhalten. Und diese wollte man nicht leichtfertig verschenken. Doch was bedeutete es, als Hintersasse keine solchen Rechte zu haben? Im Vortrag zeigt Klaus Biedermann die restriktive Einbürgerungspraxis in Liechtenstein im 19. Jahrhundert am Beispiel von Balzers und bezieht sich dabei auf Ergebnisse seiner Studie.