2. Gutenberger Ethikforum: Als Christ in der Politik

Wir leben in einer unübersichtlichen Zeit. Die politischen Verhältnisse sind weltweit in Bewegung, eine klare Orientierung fällt schwer. Das scheinbar Selbstverständliche, wie Demokratie, Gewaltenteilung, Meinungs und Pressefreiheit, sie werden ebenso in Frage gestellt wie empirische Fakten, wenn sie nicht ins eigene Konzept passen. Soziale Medien emotionalisieren die Massen, sodass ein nüchterner Diskussions- und Entscheidungsprozess immer schwieriger wird. Die Frage, wie unter diesen Bedingungen unser Gemeinwesen zukünftig politisch gestaltet werden soll, ist alles andere als einfach zu beantworten.
 
Woher bekommen wir in unsicheren Zeiten Orientierung? Welche Werte prägen unsere Gesellschaft oder noch grundsätzlicher gefragt: Gibt es eine tragfähige Grundlage, auf die wir uns verlassen können und die uns dabei hilft, Antworten auf Fragen der Zukunft zu finden?
 
Die Geschichte des modernen Europa ruht auf drei antiken Säulen: der griechischen Philosophie, dem römischen Recht und der christlichen Ethik. Die Griechen haben uns ein demokratisches Grundverständnis eröffnet, das dem Bürger Rechte, Freiheiten und auch die Verpflichtung mitgibt, die Gesellschaft mitzugestalten. Das römische Rechtsverständnis hat in Europa dazu geführt, dass wir ein geordnetes und freies Leben inmitten eines verlässlichen Rechtssystems leben können. Dem Christentum verdanken wir eine Ethik, die dem Einzelnen die Verantwortung für seine Mitgeschöpfe und seinen Nächsten auferlegt. 
 
Jede der drei Säulen unterliegt einer geschichtlichen Entwicklung und jede bedarf der ständigen Reflexion. Gerade, was das Verhältnis von Religion und Politik angeht, ist ein ständiges Nachdenken erforderlich. Die Bibel ist kein Parteiprogramm. Und eine «christliche Politik» gibt es nicht so einfachhin. Aber es gibt Politiker, die aus dem Geist des Christentums heraus Politik machen. Was das bedeutet, das soll am 2. Gutenberger Ethik-Forum thematisiert werden. 
 
Hauptreferent ist Dr. Wolfgang Schüssel, Bundeskanzler der Republik Österreich von 2000 bis 2007. Am Podium diskutieren mit Dr. Schüssel die beiden ehemaligen Regierungschefs des Fürstentums Liechtenstein, Hans Brunhart und Otmar Hasler.
 
Kosten: CHF 20.- (Abendkasse); Im Anschluss an die Diskussion spendiert die Gemeinde Balzers einen Apéro.
Wir bitten um Anmeldung.
 
Diese Veranstaltung wird unterstützt durch die Peter Kaiser Stiftung und durch Kaiser Partner.